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Leistungsfähigkeit der Wehr stärken

geschrieben von Donnerstag, 12 März 2020 21:45

Weil am Rhein  - Der Feuerwehrbedarfsplan ist für die Weiler Wehr von zentraler Bedeutung. In einer gemeinsamen Sitzung des Kultur-, Sport- und Verwaltungsausschusses sowie des Bauausschusses ist das Werk nun vorgestellt worden.

Was der Feuerwehrbedarfsplan beinhaltet, erläuterte Stefan Mertens von der beratenden Forschungs- und Planungsgesellschaft für Rettungswesen, Brand- und Katastrophenschutz „Forplan“.

Leistungsfähigkeit

 

Zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit werden laut Mertens Standardereignisse zugrunde gelegt, etwa ein kritischer Wohnungsbrand. Dafür gibt es verschiedene Bemessungsparameter wie Eintreffzeit, Funktionsstärke und den Ziel-Erreichungsgrad. Nach zehn Minuten sollte eine Gruppe mit neun Einsatzkräften vor Ort sein (Stufe 1, Ziel-Erreichungsgrad 80 Prozent), nach 15 Minuten zwei Gruppen mit 18 Kräften (Stufe 2, 90 Prozent).

 

Die Weiler Wehr erreiche „relativ viele Einsätze“ in mehr als zehn Minuten, so Mertens. Vom Standort Stadt sind die Außenbereiche nicht so schnell zu erreichen, die Eintreffzeiten in Richtung Südwest und Südost seien hoch, auch aufgrund der vielen Staus. Die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte nachts und an den Wochenenden sei gut, aber die Anfahrtswege der Abteilung Stadt seien länger – die Ausrückezeit liege im Schnitt bei 6,8 Minuten.

In den Ortsteilen wohnen die Wehrleute näher an den Gerätehäusern. Werktags sei die (zeitnahe) Verfügbarkeit zwischen 6 und 18 Uhr teilweise gering. Die Arbeitsplätze der Wehrleute lägen hauptsächlich im Rebgarten, in Friedlingen und im Märkter Gewerbegebiet.

Oberbürgermeister Wolfgang Dietz hakte nach, wer die Parameter festlege und wie diese in den Nachbarländern definiert seien. Es handele sich um eine Vorgabe des Innenministeriums und des Landesfeuerwehrverbands, erläuterte Mertens. Zugrunde gelegt werde, wie lang ein Mensch in Brandrauch überleben kann. In anderen Bundesländern sei die Eintreffzeit mit acht Minuten definiert. „Wir sind in Baden-Württemberg also schon am Maximum.“ In der Schweiz heiße es zehn Mann in zehn Minuten und im Département Haut-Rhin sechs Mann in acht Minuten, wusste Kommandant Frank Sommerhalter.

Maßnahmen

Als notwendige Maßnahmen nannte Mertens die gegenseitige überörtliche Unterstützung mit der Feuerwehr Lörrach (im südöstlichen Stadtgebiet), ein Verkehrskonzept zur Staureduzierung (Stichwort „grüne Welle“ zum Beispiel auf der Hauptstraße in Friedlingen) und die Bereitstellung von standortnahem Wohnraum für die Abteilung Stadt.

Des Weiteren müsse die Anzahl an hauptamtlichen Kräften erhöht werden, um etwa das Ausrücken in Staffelstärke zu ermöglichen, den zweiten Rettungsweg sicherzustellen, das Ehrenamt durch eigenständige Abarbeitung von Kleineinsätzen zu entlasten und Aufgaben im „rückwärtigen Bereich“ zu erfüllen. Zur Sicherheit einer Staffel im Tagdienst müssen laut Mertens acht Planstellen für hauptamtliche Einsatzkräfte vorhanden sein, wobei der Kommandant nicht angerechnet werden kann. Dies bedeutet für Weil, dass vier zusätzliche Planstellen geschaffen werden müssten.

Altersstruktur

„Die Altersstruktur ist positiv“, lobte Mertens, was auch der Jugendfeuerwehr zu verdanken sei. Viele Mitglieder sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Auf der anderen Seite sei das auch problematisch, falls diese aufgrund von Studium und Beruf wegziehen. In den kleinen Abteilungen sei es kritisch, wenn Einsatzkräfte „wegbrechen“.

Ausstattung

Es müssten verhältnismäßig nur wenige Fahrzeuge beschafft werden, darunter ein Großfahrzeug und mindestens ein mittleres Löschfahrzeug. Die Aufstellung in den Bereichen persönliche Schutzausrüstung, Alarmierungssicherheit und Vorhaltung von Einsatztechnik sei vorbildlich.

Standortstruktur

Mertens stellte auch die Ergebnisse der Begehungen der Gerätehäuser vor. Das Feuerwehrhaus der Abteilung Märkt sei nicht arbeitsfähig und berge eine hohe Unfallgefahr, kurzfristig sei ein Neubau notwendig. Die Feuerwehrhäuser der Abteilungen Haltingen und Ötlingen entsprächen nicht den Vorgaben. Die Unfallgefahr könne durch organisatorische Maßnahmen reduziert werden, prinzipiell seien aber ebenfalls Neubauten erforderlich – was an den vorhandenen Standorten aufgrund der Platzverhältnisse nicht möglich sei. Das Feuerwehrhaus der Abteilung Stadt entspreche nahezu vollständig den Vorgaben und sei gesetzt.

Es gebe nun verschiedene Möglichkeiten: Die Zwei-Standort-Lösung sieht das Gerätehaus sowie einen möglichen Standort im Norden vor. Bei der Drei-Standort-Lösung käme noch ein Standort in Märkt dazu. „Märkt ist nicht die personalstärkste Abteilung, auch von der Verfügbarkeit her“, betonte Mertens.

Empfehlung

Die Zwei-Standort-Lösung mit der räumlichen Zusammenführung der Einsatzabteilungen Märkt, Haltingen und Ötlingen werde ganz klar empfohlen.

Als Vorteile nannte Mertens, dass allen Einsatzkräften zeitnah ein modernes Feuerwehrhaus zur Verfügung stehe. Außerdem gebe es einsatztaktische Vorteile, da größere taktische Einheiten am Feuerwehrhaus gebildet werden könnten. Eine mögliche spätere organisatorische Zusammenlegung bedinge eine geringere Anzahl an Führungskräften. Die Flexibilität im Fuhrpark sei höher und die Investitionen in die Feuerwehrhäuser seien geringer.Nachteile seien, dass vorhandene Strukturen geändert würden und einige Einsatzkräfte längere Fahrtzeiten hätten. „Die kameradschaftlichen Strukturen in den Ortschaften und die Einbindung in die Ortsgemeinschaft können aber erhalten bleiben“, betonte Mertens.

Rangierbahnhof: Sicherheit verbessert, Probleme bleiben

geschrieben von Donnerstag, 12 März 2020 21:44

Weil am Rhein - Die Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen am Weiler Rangierbahnhof läuft laut Bewertung der Begleitgruppe zur Rheintalbahn im Landkreis Lörrach planmäßig. Weiterhin als problematisch wird das Abstellen von Gefahrgutzügen an Kleinbahnhöfen in Efringen-Kirchen oder auch Rheinweiler angesehen.

Auf Einladung des Landratsamts und der Deutschen Bahn traf sich kürzlich die Begleitgruppe zur Rheintalbahn im Landkreis Lörrach, um die Fortschritte der Umsetzung der zuletzt vereinbarten Sicherheitsmaßnahmen auf dem Rangierbahnhof zu diskutieren. Die Begleitgruppe betreut die Rheintalbahn und setzt sich aus Vertretern der Deutschen Bahn, des Landkreises Lörrach, der Anrainergemeinden und des Kreistags zusammen.

Erfolge sind die im vergangenen Jahr vereinbarten Maßnahmen zur Gefahrenbekämpfung am Rangierbahnhof in Weil am Rhein, die inzwischen zum Großteil umgesetzt wurden, heißt es in einer gestern verbreiteten Mitteilung des Landratsamts: Zusätzliche Hydranten wurden für die Löschwasserversorgung im Bereich der Straße „Am Umschlagbahnhof“ errichtet, der Gefahrgut-Ausbildungszug der Deutschen Bahn stand im April 2019 den Feuerwehren der bahnanliegenden Gemeinden im Landkreis Lörrach zu Übungszwecken zur Verfügung und im Mai 2019 wurde eine gemeinsame Schulung von Feuerwehr und dem DB-Notfallmanagement durchgeführt.

OB Dietz: Dialog mit der Bahn noch nicht am Ende

 

„Die Optimierungen am bestehenden Sicherheitssystem waren nur durch die über Jahre hinweg sachliche und konstruktive Arbeit der Begleitgruppe möglich“, hebt Thorsten Krenz, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, in der Mitteilung hervor. „Mit den durchgeführten Verbesserungsmaßnahmen sind wir für künftige Havariefälle besser gewappnet als bisher“, ergänzt Wolfgang Dietz, Oberbürgermeister der Stadt Weil am Rhein. Gleichwohl sieht die Stadt den Dialog mit der Bahn noch nicht am Ende, da aufgrund der bereits stattfindenden baulichen Veränderungen im Zusammenhang mit dem Ausbau der Rheintalbahn weitere Abstimmungen notwendig sind.

Problem: Abstellen von Gefahrgutzügen

Nicht abschließend geklärt werden konnte das wiederholte Abstellen von Güterzügen mit Gefahrgutwaggons an kleinen Unterwegsbahnhöfen, wie beispielsweise Efringen-Kirchen oder Rheinweiler. Die anhaltende Abstellpraxis stellt sich für Kommunen und Bürgerschaft als nicht befriedigend dar.

Die Vertreter der Deutschen Bahn stellten die unternommenen Bemühungen dar, ein solches Halten zu vermeiden, heißt es in der Mitteilung weiter. Gleichwohl erlaube die bestehende Rechtslage das Halten von Zügen, und insbesondere machten es grenzüberschreitende Aspekte und Betriebsabläufe teilweise erforderlich, dass Unternehmen von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

„Wir bemühen uns, Züge, deren Weiterfahrt in die Schweiz nicht sofort gestattet wird, möglichst früh, zum Beispiel in Mannheim, Karlsruhe oder Offenburg halten zu lassen. Wenn allerdings die Weiterfahrtsbeschränkung erst südlich von Freiburg mitgeteilt wird, bestehen Haltemöglichkeiten nur noch in Efringen-Kirchen und Rheinweiler“, erläutert Krenz. „Wir erkennen die Sorgen in der Bevölkerung und nehmen diese ernst. Leider machen es die Umstände manchmal erforderlich, dass wir einem Zug das Halten an einem kleinen Bahnhof gestatten müssen. Wir bemühen uns dann stets, so schnell wie möglich die Weiterfahrt zu ermöglichen. Hierbei sind uns aber leider häufig die Hände gebunden.“

Vertreter der Region auch enttäuscht

Die Teilnehmer der Begleitgruppe, insbesondere die Vertreter der Anrainergemeinden und Kreisräte des Landkreises Lörrach, diskutierten auch über die während eines Halts zu erfüllenden Auflagen. So haben die Eisenbahnverkehrsunternehmen, auf deren Eigentum der haltende Zug länger als 24 Stunden steht, eine Überprüfung auf Lecks oder anderweitige Beschädigungen an den Waggons sicherzustellen und diese zu dokumentieren.

Enttäuscht zeigten sich die Vertreter der Region laut Mitteilung von der „gleichgültigen Haltung des Eisenbahnbundesamts und des Bundesverkehrsministeriums gegenüber der Problematik“. Beide lehnten eine Teilnahme an der Begleitgruppe sowie einen Austausch ab. „Es ist sehr bedauerlich, dass das zuständige Bundesamt und das Bundesministerium so wenig Verständnis und Interesse diesem so wichtigen Anliegen gegenüber haben. Die Problematik führt in der Bevölkerung teilweise zu tiefer Verunsicherung“, so Landrätin Marion Dammann.

Das Eisenbahnbundesamt verweist in einem Schreiben an die Landrätin darauf, dass deren Gefahrgutkontrolleure in Efringen-Kirchen elf Kontrollen im Zeitraum von Januar 2018 bis April 2019 durchgeführt und bei keiner dieser Kontrollen einen abgestellten Zug mit Gefahrgut vorgefunden hätten. Das Bundesverkehrsministerium führt laut Mitteilung in einem weiteren Schreiben an Landrätin Dammann aus, „dass nur diejenigen Orte einer Beleuchtung oder anderer Sicherungsmaßnahmen bedürfen, an denen regelmäßig und für Straftäter oder Terroristen planbar Gefahrgut abgestellt wird“.

Schmid und Vogelpohl beziehen Stellung

Die Bürgermeister Philipp Schmid und Carsten Vogelpohl der Gemeinden Efringen-Kirchen und Bad Bellingen sind sich hingegen einig, dass es nicht zulässig sein dürfe, Güterzüge mit Gefahrgut frei zugänglich neben Wohngebieten abzustellen, heißt es weiter. Die Mitglieder der Begleitgruppe fordern daher eine Änderung der bestehenden rechtlichen Bestimmungen und die bauliche Schaffung von Zug-Abstellmöglichkeiten vor der Schweizer Grenze. Gemeinsam wollen sich Dammann und die betroffenen Kommunen zeitnah mit diesen Forderungen an den Bund und die DB Netz wenden.

Wie viele Feuerwachen braucht Weil am Rhein? Es geht in der Debatte nicht nur um die Schlagkraft der Wehr. Es geht auch um Akzeptanz – in den Reihen der Stadträte, aber auch innerhalb der Wehr.

 

Wie leicht wäre das Leben, wenn es nur Entscheidungen gäbe, bei denen ganz klar zwischen richtig und falsch unterschieden werden könnte. Leider ist dem eben in der Realität nur ganz selten so. Das haben die Stadträte am Dienstag bei der Diskussion über den Feuerwehrbedarfsplan und die daraus zu ziehenden Konsequenzen einmal mehr ganz drastisch zu spüren bekommen. Die Zahl der Feuerwachen, die künftig noch unterhalten werden sollen, ist nämlich nicht nur eine nach der Schlagkraft der Wehr, sondern auch nach der Akzeptanz, die mit einer solchen Veränderung einhergehen würde. Wenn Stadtrat Axel Schiffmann ganz nüchtern von der "Massenmehrung beim Personal" spricht, die die Zwei-Standort-Lösung voraussetze, dann heißt das nichts anderes, als dass dort Haltinger, Ötlinger und Märkter Wehrmänner Hand in Hand arbeiten müssten.

Dass er als erfahrener Feuerwehrmann da seine Zweifel hat, gibt die Stimmung wider, die die Abteilungen, aber auch die Ortschaftsräte bereits kundgetan haben. Einen Konsens über die Bündelung der Kräfte gibt es derzeit nicht. So hat der Beschlussvorschlag der Ausschussmitglieder vor allem der Feuerwehr etwas Zeit verschafft, um gerade um diese Akzeptanz in den eigenen Reihen zu werben – an der politischen Entscheidung, wie das Feuerwehrwesen in der Stadt zukunftsträchtig aufgestellt werden soll, kann sich der Gemeinderat mit dem neuerlichen Prüfungsauftrag hingegen nicht vorbeimogeln. Entscheidungen zu fällen, die das Gemeinwohl voranbringen – auch wenn sie nicht nach dem Geschmack aller sind – ist die ureigenste Aufgabe der Bürgervertreter. Bleiben die aus, schadet das mehr, als es hilft.

Die Feuerwehren im Kreis Lörrach folgen den Empfehlungen des Innenministeriums. Eine Quarantäne wäre ein großes Problem und könnte ganze Wachmannschaften lahm legen.

Das sich ausbreitende Coronavirus hat auch Folgen für die Feuerwehren im Landkreis. So gut wie alle Versammlungen werden abgesagt. Das Virus sei ein nicht zu vernachlässigendes Risiko für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft, schreibt Stephan Schepperle, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Lörrach. Übertragen wird es im privaten und beruflichen Umfeld, aber auch bei größeren Veranstaltungen.

Das Problem bei den Feuerwehren: Infiziert sich ein Feuerwehrmann, ist das nicht nur für den Einzelnen schwierig, sondern wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Quarantäne für das direkte Umfeld. Bei der Berufsfeuerwehr Köln fiel deshalb eine komplette Wachmannschaft aus, weiß Schepperle. Die Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten, stehe aber an oberster Stelle. Vor diesem Hintergrund hat beispielsweise auch das Kommando der Freiwilligen Feuerwehr in Weil am Rhein entschieden, den Dienstbetrieb auf das Notwendigste zu reduzieren. Deshalb entfallen Übungen und Veranstaltungen zunächst bis Ende März.
 

Jede Veranstaltung wird abgewägt


Absagen wie etwa auch in Steinen, Efringen-Kirchen, Kandern und Schwörstadt gehen auf Empfehlungen zurück, die das badenwürttembergische Innenministerium mit dem für Feuerwehr zuständigen Referat im Regierungspräsidium Freiburg erarbeitet hat. Wie Kreisbrandmeister Christoph Glaisner auf Anfrage erläutert, leitete das Landratsamt diese Empfehlungen den örtlichen Wehren weiter.

Im Schreiben des Ministeriums vom 6. März wird aufgefordert zu prüfen, ob größere Veranstaltungen im Bevölkerungsschutz, zu dem auch die Feuerwehr zählt, in der nächsten Zeit zwingend stattfinden müssen. Dabei müsse zwischen dem potenziellen Infektionsrisiko und der Bedeutung der Veranstaltung fürs Funktionieren des Bevölkerungsschutzes abgewogen werden. Wenn möglich, sollen Veranstaltungen verschoben werden.

 

Die Entscheidung liegt bei den Städten und Gemeinden


Letztlich liege die Entscheidung bei den Städten und Gemeinden, erklärt Glaisner. Am vergangenen Wochenende fanden in Lörrach-Haagen und Rheinfelden-Stadt noch Versammlungen statt. Dort kamen aber nicht Gesamtwehren zusammen, sondern nur einzelne Abteilungen, erläutert der Kreisbrandmeister. Im Fall der Fälle wäre die Feuerwehr also noch einsatzfähig; es müssten dann entsprechende Kompensationen erfolgen. Die Empfehlungen von Ministerium und Regierungspräsidium sollen im Landkreis vorläufig bis 31. März beherzigt werden.

Ein Großeinsatz, zwei Alarmierungen wegen Wohnungsbränden und drei Einsätze nach dem Gewitter: Für die Feuerwehr Weil am Rhein war es ein arbeitsreiches Wochenende.

Zwei Alarmierungen wegen Wohnungsbränden, ein Großeinsatz in einem Tanzlokal und drei Einsätze am Sonntagabend nach dem Gewitter – zwischen Sonntag und Montagfrüh hatte die Weiler Feuerwehr einiges zu bewältigen. Einmal mehr zeigte sich dabei, wie wichtig die sogenannten Heimrauchmelder sind. Zweimal haben sie ausgelöst und die Retter herbeigerufen.

 


Essen, das auf dem Herd vergessen worden war und bereits stark rauchte, war die Ursache für den Einsatz am Sonntagvormittag gegen 10.30 Uhr. Der Rauch war bereits im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses an der Adolf-Glattacker-Straße wahrnehmbar und hatte die Heimrauchmelder ausgelöst. Bis die Feuerwehr eintraf, hatte die Bewohnerin den Topf bereits vom Herd genommen. Die Feuerwehr kontrollierte gemeinsam mit der Polizei die Wohnung und speziell die Küche mittels Wärmebildkamera und konnten nach kurzer Zeit wieder einrücken.

Mehr zu tun gaben am Sonntagabend kurz nach 22 Uhr die Gewitterschäden: In der Hauptstraße in Friedlingen lief ein Keller voll, der von der Feuerwehr mit einem Wassersauger wieder trocken gelegt wurde. Gut eineinhalb Stunden waren die Mitglieder der Abteilung Stadt damit beschäftigt. Zwei abgebrochenen Äste, einer an der Riedlistraße in Friedlingen, einer an der Güterstraße in Haltingen, versperrten die Durchfahrten und mussten jeweils zersägt und an den Straßenrand beiseitegeräumt werden. Nach jeweils einer halben Stunde waren aber auch diese Schäden des Unwetters beseitigt.

 

Rauchmelder lösen meist nicht ohne Grund aus


Nicht einmal zwei Stunden später war die Abteilung Stadt bereits wieder gefordert. Kurz nach Mitternacht hatte in einem Mehrfamilienhaus an der Inselstraße im 4. Obergeschoss ein Heimrauchmelder ausgelöst. Trotz intensiver Suche war für die Feuerwehr aber kein Auslösegrund feststellbar, so dass die Wehrmänner nach 40 Minuten bereits wieder einrückten – kaum eine Stunde, bevor Rauch aus dem Lüftungsschacht der Kutscherstube an der Hauptstraße dann einen überaus aufwändigen Großalarm auslöste.

"Das ist für uns keine schlimme Sache, wenn wir einmal durch einen Heimrauchmelder gerufen werden und sich das Ganze dann als Fehlalarm herausstellt, so wie am Montagmorgen kurz nach Mitternacht in Friedlingen ", erklärt Markus Utke, stellvertretender Kommandant und Pressesprecher der Weiler Feuerwehr. Wenn alles gut gehe, dann sei die Feuerwehr schon nach wenigen Minuten wieder weg. "Die Erfahrung zeigt aber, dass die Rauchmelder, die in Mehrfamilienhäusern längst Pflicht sind, quasi nie ganz ohne Grund auslösen", weiß Utke.
 

Auch ein angebranntes Essen kann einen Brand auslösen


Zudem reagierten die Rauchmelder sehr früh, bereits bei der Entstehung einer Feuers und selbst angebranntes Essen auf dem Herd sei alles andere als harmlos, sondern könne rasch eine Küche und damit ein ganzes Haus in Brand setzen.

Aus diesem Grund empfiehlt die Feuerwehr auch jedem Privatmann, die Melder bei sich zu installieren. "Die Melder sind echte Lebensversicherungen", bringt es Utke auf den Punkt – ein Rat, der offensichtlich auch beherzigt wird, wie die zunehmende Zahl an Einsätzen zeigt, bei der Rauchmelder den Ausschlag geben haben, dass die Feuerwehr überhaupt ausrückte.

Leistungsabzeichen in Bronze mit Erfolg bestanden

geschrieben von Mittwoch, 03 Juli 2019 12:21

Weil am Rhein - Die Wettkampfgruppe der Feuerwehr Weil am Rhein, bestehend aus Angehörigen der Abteilungen Stadt und Haltingen unter der Leitung von Jürgen Engler, hat sich seit dem Frühjahr auf das Leistungsabzeichen in Gersbach vorbereitet und teilweise mehrmals pro Woche trainiert. Am Samstag haben die Kameraden nun bei sommerlichen Temperaturen ihr Leistungsabzeichen in Bronze mit Erfolg bestanden. Dabei galt es einen Löscheinsatz zu absolvieren, einschließlich der Rettung einer Person über eine tragbare Leiter.

Die Leistungsübungen sind ein wichtiger Teil der Fortbildung und dienen im Besonderen dazu, durch intensives Training die notwendige Sicherheit im Einsatz zu erlangen, heißt es in einer Mitteilung der Wehr. Orientiert an der Vielfalt heutiger Schadenereignisse sollen Leistungsübungen das Einsatzgeschehen möglichst praxisnah darstellen und an den Übenden Anforderungen stellen, wie sie täglich im Einsatz angetroffen werden. Das Foto zeigt (stehend v.l.) Frieder Trimborn, Nils Schäper, Emmanuel Reymann, Josha Schmidt, Jan Streich, Johannes Erdmann, Jürgen Engler sowie (kniend v.l.) Celine Kaiser, Gerold Engler, Simon Streich, Dominik Strauß, Katrin Engler und Till Sütterlin.

„Machen das nicht aus Spaß“

geschrieben von Mittwoch, 15 August 2018 16:57

Immer wieder wundern sich Bürger darüber, dass Feuerwehrfahrzeuge in den Abend- und Nachtstunden mit eingeschaltetem Martinshorn unterwegs sind, obwohl die Straßen menschenleer sind.

Weil am Rhein (sif). Jüngst war dies auch beim Wohnhausbrand im Maiacker in Haltingen der Fall, als noch weit nach Mitternacht mehrere Feuerwehrautos mit eingeschaltetem Martinshorn und Blaulicht durch Haltingen fuhren. Zu dem Zeitpunkt war der Brand bereits unter Kontrolle, doch es waren noch umfangreiche Nachlöscharbeiten notwendig. Mehrere Bürger sprachen unsere Zeitung an und wollten wissen, ob das denn zu nächtlicher Stunde sein müsse.

Wir fragten bei Markus Utke, stellvertretender Feuerwehrkommandant und Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Weil am Rhein, nach. „Wir verstehen den Unmut einiger Bewohner, die sich fragen, wieso Feuerwehrfahrzeuge nachts das Martinshorn einschalten“, sagte Utke und beantwortete in dem Zusammenhang unsere Fragen.

Frage: Ist es denn notwendig, wenn sichtbar keine Gefahr mehr besteht, dass die Feuerwehr auch in den Nachtstunden das Martinshorn einschaltet?

Ja. Wir dürfen nicht nur das Martinshorn einschalten, wir müssen es. Denn laut Straßenverkehrsordnung darf die Feuerwehr Sonder- und Wegerechte nur in Gebrauch nehmen, wenn am Fahrzeug das blaue Rundum-Blinklicht und das Martinshorn eingeschaltet sind.

Frage: Das liegt also nicht im Ermessen der Feuerwehr, ob sie mit lautem Martinshorn und Blaulicht zum Einsatzort fährt.

Nein, das ist in der Straßenverkehrsordnung eindeutig geregelt und somit eine gesetzliche Vorgabe. Sonder- und Wegerechte werden von der Freiwilligen Feuerwehr Weil am Rhein aber nur in Anspruch genommen, wenn Menschenleben in Gefahr sind, Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht oder bei einem Schadensfeuer.

Frage: Diese Voraussetzungen sind aber bei jedem Einsatz gegeben.

Ja. Auch wenn die Straßen leer sind, muss immer mit einem anderen Verkehrsteilnehmer gerechnet werden. Käme es zu einem Unfall, würde der Fahrer des Löschfahrzeugs in die Pflicht genommen werden – strafrechtlich wie auch zivilrechtlich.

Frage: Spielt da die Schuldfrage keine Rolle?

Nein. Es ist egal, ob der Fahrer des Löschfahrzeugs einen Unfall verursacht hat oder nicht. Er bekäme immer eine Teilschuld, wenn er bei seiner Fahrt zu einem Einsatz nicht das Martinshorn zuschaltet. Wir Feuerwehrleute machen das nicht aus Spaß, um die Bevölkerung aus dem Schlaf zu reißen, sondern um sicher und wohlbehalten den Einsatzort zu erreichen. Nur so können wir schnell und effektiv helfen.

Frage: Das steht außer Frage.

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass die Feuerwehrleute bei einem nächtlichen Einsatz meistens fünf Minuten vor der Alarmierung selbst noch geschlafen haben. Es muss auch bedacht werden, dass bei einer Alarmierung die Familienangehörigen ebenso geweckt werden. Diese können nun meist selbst vor lauter Aufregung kein Auge mehr zumachen, bis der Ehemann oder die Ehefrau, der Papa oder die Mama wieder sicher vom Einsatz nach Hause gekommen sind. Und auch wir Feuerwehrleute müssen meistens am Morgen wieder zur Arbeit. Deshalb hoffen wir auf Verständnis in der Bevölkerung, wenn wir das nächste Mal wieder nachts mit Tatütata durch Weil am Rhein fahren.

In der Jugendwehr lernt man auch mit Stress umgehen

geschrieben von Donnerstag, 09 August 2018 16:47

Gemeinschaftsschüler haben den Weiler Feuerwehrkommandanten Frank Sommerhalter mit Fragen gelöchert.

WEIL AM RHEIN (BZ). Für die Feuerwehr Weil am Rhein ist die Gewinnung von Nachwuchs ein zentrales Anliegen. Deshalb war Kommandant Frank Sommerhalter vor kurzem gern bereit, die Fragen von Schülern der Gemeinschaftsschule zu beantworten. Lehrerin Michaela Burkard hatte die Feuerwehr zu einem Thema der Projekttage gemacht. Wir veröffentlichen hier einen Ausschnitt aus den Schülerfragen und Sommerhalters Antworten dazu.

Schüler: Was heißt denn "Jugendfeuerwehr"? Wer kann da mitmachen?
Frank Sommerhalter: Mädchen und Jungen von 10 bis 17 Jahren, danach können sie dann in eine Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr übertreten.
Schüler: Müssen das besonders kräftige, richtig sportliche Jugendliche sein?
Sommerhalter: Am Anfang war Muskelkraft gefragt, als die freiwilligen Feuerwehren gegründet wurden. Das ist jetzt etwa 150 Jahre her. Heutzutage sind vor allem gesellschaftliches Engagement gefragt und Teamgeist.
Schüler: Wann kann man dann "richtig" mitmachen?
Sommerhalter: "Ehrenamtlicher Freiwilliger" kann werden, wer mindestens 17 Jahre alt ist und nicht älter als 65. Ein ärztliches Attest muss bezeugen, dass man körperlich und geistig fit ist. Dann heißt es, Disziplin zeigen. Man ist verpflichtet, an Übungen, Lehrgängen und Einsätzen teilzunehmen. Die Ausbildung erfolgt zuerst im Landkreis, später dann auf der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal.

Schüler: Ist der Feuerwehrdienst nicht gefährlich?
Sommerhalter: Wenn die Feuerwehr gebraucht wird, ist immer irgendetwas passiert, dass bedeutet, irgendwas weicht somit auch vom Normalzustand ab. Bei solchen Ereignissen lassen sich Gefahren nicht immer ausschließen. Aber genau, damit wir diese Gefahren erkennen und beheben können, sind wir so gut ausgebildet und so gut ausgestattet. Ein Restrisiko bleibt immer bestehen.

Schüler: Ist die Jugendfeuerwehr eine Art Sportverein?

Sommerhalter: Die Jugendfeuerwehr ist Teil der Freiwilligen Feuerwehr der jeweiligen Gemeinde. Trotzdem hat sie eine eigene Struktur und Organisationsform und Disziplin. Alle deutschen Jugendfeuerwehren sind in der Regel über ihre Stadt- beziehungsweise Kreisjugendfeuerwehren sowie Landesjugendfeuerwehren in der Deutschen Jugendfeuerwehr, eines Bereichs innerhalb des Deutschen Feuerwehrverbandes, organisiert. Mit Stand 2015 gab es übrigens in Deutschland in den Jugendfeuerwehren insgesamt rund 245 000 Jugendliche.
Schüler: Warum will denn die Feuerwehr eine Jugendfeuerwehr?
Sommerhalter: Die Jugendarbeit innerhalb der Feuerwehr soll den Nachwuchs in der Feuerwehr fördern. Die Jugendfeuerwehrarbeit hat das Ziel, Kinder und Jugendliche für den Einsatz in der Feuerwehr vorzubereiten. Sie dürfen jedoch bis zu einem bestimmten Alter nicht in dem Gefahrenbereich von Feuerwehreinsätzen eingesetzt werden. Zudem nimmt die Jugendfeuerwehr wichtige Aufgaben im Bereich der allgemeinen Jugendarbeit wahr, wo sie durch verschiedenste Freizeitmaßnahmen bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mitwirkt. Der Jugendfeuerwehrwart oder die Jugendwartin ist die Schnittstelle zwischen der Führung der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr. Er oder sie leitet auch die Ausbildung.

Schüler: Etwas frech gefragt: Hat man außer helfen sonst noch was davon, wenn man zur Jugendfeuerwehr geht?
Sommerhalter: Man lernt in der Jugendfeuerwehr neben den Grundlagen des Feuerwehrhandwerks einiges. Man lernt im Team zu arbeiten, man beschäftigt sich mit Erster Hilfe, man lernt, Verantwortung zu übernehmen und mit Stress umzugehen. Außerdem versuchen wir, den Jugendlichen grundlegende Werte, die in der heutigen Welt leider häufiger verloren gehen, wie Wertschätzung, Loyalität, Respekt und Ehrlichkeit mitzugeben.

Schüler: Was erwartet mich, wenn ich in die Jugendfeuerwehr Weil am Rhein komme?
Sommerhalter: Unsere Jugendfeuerwehr trifft sich wöchentlich zur Ausbildung am Mittwoch um 19 Uhr. Da geht es um das Erlernen von Grundtätigkeiten im Feuerwehrdienst sowie die Übung von Geschicklichkeit, Beweglichkeit und Allgemeinwissen. Auch gemeinsame Unternehmungen außerhalb des Feuerwehrrahmens stehen in vielen Jugendfeuerwehren auf dem Programm. So gibt es zum Beispiel Zeltlager, Kinobesuche oder sportliche Tätigkeiten wie Fußball. Besonders wichtig ist, dass die Jugendfeuerwehren bereits frühzeitig den intensiven Kontakt zu ihren "großen" Partnern der Einsatzabteilung bekommen. In gemeinsamen Übungen mit diesen wird den Jugendlichen deutlich, dass auch sie schon dazugehören und ein wichtiger Teil der Feuerwehr sind.

Eine herausfordernde Aufgabe

geschrieben von Dienstag, 08 Mai 2018 11:20

Jetzt steht Frank Sommerhalter an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr. Im Rahmen der Verabschiedungsfeier von Klaus Gempp (wir berichteten gestern ausführlich) wurde der 35-Jährige zum hauptamtlichen Kommandanten bestellt.

Von Siegfried Feuchter

Weil am Rhein. Welchen Vertrauensvorschuss Frank Sommerhalter genießt, wurde deutlich, als Oberbürgermeister Wolfgang Dietz ihm die Urkunde überreichte, nachdem der Gemeinderat zuvor die hauptamtliche Stelle genehmigt hatte. Er sei nun vollumfänglich verantwortlich für die Feuerwehr und genieße das Vertrauen seiner Kameraden, stellte der OB fest. Denn seit drei Jahren leitet Sommerhalter die zentrale Feuerwache und kennt die Gegebenheiten der Weiler Feuerwehr aus dem Effeff.

Zahlreiche Glückwünsche durfte der neue Kommandant entgegennehmen, der tags zuvor seinen 35. Geburtstag feierte. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit, du hast unsere volle Unterstützung“, sagte der stellvertretende Kommandant Uli Weber namens der Führungsriege und der Mannschaft. Vorgänger Klaus Gempp, Kreisbrandmeister Christoph Glaisner und Günter Lenke, Vorsitzender des Kreisverbands der Feuerwehr, wünschten neben vielen anderen Gästen dem neuen Kommandanten jederzeit eine glückliche Hand bei der Leitung der Feuerwehr, wozu auch das Administrative und das Technische gehören.

Die Weiler Feuerwehr ist Frank Sommerhalter bestens vertraut. Denn schon in jungen Jahren, nämlich 1995, trat er in die Jugendfeuerwehr ein. Dass er einmal Kommandant werden würde, hätte er sich damals nicht träumen lassen. „Dass ich Feuerwehrmann werde, war schon immer mein Kindheitstraum“, sagte der 35-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.

Drei Ausbildungsabschlüsse

Sommerhalter ist seit vielen Jahren ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Mit der Weiler Wehr ist er groß geworden. Aber nicht nur bei der Freiwilligen Feuerwehr hat er alle Ausbildungsstationen durchlaufen, auch bei der Basler Berufsfeuerwehr war er von 2007 bis 2015 tätig. Und im Vorfeld seiner neuen, verantwortungsvollen Tätigkeit absolvierte der ambitionierte und engagierte Feuerwehrmann an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal und an der Verwaltungsakademie in Kehl die Ausbildung für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst mit Erfolg. Übrigens: Frank Sommerhalter kann gleich drei Ausbildungsabschlüsse vorweisen, ist er doch Mechatroniker, Rettungssanitäter und Feuerwehrmann.

Spannend und herausfordernd bezeichnet der hauptamtliche Kommandant, in dessen Eigenschaft er nicht nur die Interessen der ehrenamtlich tätigen Mannschaft, sondern auch die der Stadt vertreten muss, seine Aufgabe. Offenheit und Vertrauen sind ihm, wie er betont, bei der Führung der Feuerwehr wichtige Eigenschaften.

Wie gut das Verhältnis zwischen Kommando, Führung und Mannschaft ist, verdeutlicht auch der Fakt, dass sich bei einer Klausur vor längerer Zeit die Abteilungskommandanten für Sommerhalter als Nachfolger von Klaus Gempp ausgesprochen hatten.

Nach 20 Jahren an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Weil am Rhein wurde Klaus Gempp in den Ruhestand verabschiedet und zum Ehrenkommandanten ernannt.

Der vergangene Samstag war für Klaus Gempp der letzte Diensttag. Auf Einladung der Stadtverwaltung und im Kreis der Feuerwehrkameraden und Vertreter weiterer Blaulichtorganisationen wurde der Weiler Stadtbrandmeister nach 20 Jahren an der Spitze der Weiler Wehr in den Ehrenamts-Ruhestand verabschiedet und zum Ehrenkommandanten der Wehr ernannt.

Den feierlichen Rahmen für die Verabschiedung bot der Weiler Rathaussaal. Doch zuvor stellten sich die Feuerwehrleute in Uniform und flankiert von etlichen Feuerwehrautos vor dem Rathaus zum Spalier auf und boten ihrem Kommandanten und dessen Frau Gudrun Gelegenheit, aus dem Korb der neuen Drehleiter von oben noch einmal einen Blick auf Mannschaft und Gerät zu werfen.
 

Die Herausforderungen könnten kaum größer sein


Drinnen im Saal ergriff dann OB Dietz als erster das Wort und strich heraus, dass eine Lebensleistung wie die von Klaus Gempp, der der Feuerwehr seit 40 Jahren angehört und ihr seit 20 Jahren vorstand, "höchst selten" sei, "weil auch die Herausforderungen an das Feuerwehrwesen kaum größer sein könnten". Welche Qualitäten Gempp dennoch dazu befähigten, diesen Ansprüchen gerecht zu werden, fasste Dietz in einem "Weiler Feuerwehr-Eigenschafts-ABC" zusammen.

Entscheidend, so Dietz, sei gewesen, dass Gempp die Feuerwehr von der Pike auf kannte, die Kameradschaft immer für besonders wichtig erachtete und daraus auch ein ausgeprägtes Vertrauen in der Führungsriege entstehen konnte: "Klaus Gempp verstand und lebte: entscheidend ist die Zusammenarbeit."

Als hilfreich hat es Dietz empfunden, dass Gempp zuvor schon als Gemeinderat kommunalpolitische Erfahrung gesammelt hatte und so beim Bau der Feuerwache und der Zusammenlegung der Abteilungen Altweil, Leopoldshöhe, Otterbach und Friedlingen eine äußerst wichtige Rolle spielen konnte: "Ich konnte mich immer auf dich verlassen."
 

"Ich ziehe meinen Hut vor deiner Leistung"


Wie vom Gemeinderat beschlossen, übergab Dietz dann die Ernennungsurkunde zum Ehrenkommandanten, hatte aber auch noch einen Bademantel mit Namenszug für künftige Saunagänge dabei sowie einen Gutschein des Bundestagsabgeordneten Armin Schuster für eine Reise nach Berlin für sechs Personen.

 


Kreisbrandmeister Christoph Glaisner hob in seinem Grußwort darauf ab, dass Gempp stets lösungsorientiert und frei von persönlichen Animositäten agierte. Als Gründer der Jugendfeuerwehr habe er Grundlagen dafür gelegt, dass die Weiler Wehr heute so gut dastehe. Es sei ihm aber auch gelungen, ein großes Netzwerk zu schaffen, von dem die Wehr und die Stadt profitiert hätten. Wenn er nun ausscheide, sei das ein Verlust; aber Stolz und Freude über das Geleistete stünden im Vordergrund: "Ich ziehe meinen Hut vor deiner Leistung."

Günter Lenke, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, attestierte Gempp, dass er "eine tolle Mannschaft" hinterlasse und mit Frank Sommerhalter einen guten Nachfolger habe. Gempps Leistung sei umso bemerkenswerter, als es nirgends im Kreis eine solche Vielfalt an Anforderungen an die Feuerwehr gebe wie in Weil am Rhein: "Das hast du immer toll hingekriegt." Als Erinnerung überreichte er die Ehrengabe des Kreisfeuerwehrverbands in Gold mit den Wappen aller 35 Mitgliedswehren.
 

Schottischer Whisky und eine Ballonfahrt zum Abschied


Für die Weiler Feuerwehrleute lobte der stellvertretende Kommandant Uli Weber Gempps Leistung als "absolut bemerkenswert" und "nicht in Worte zu fasen". Als Geschenk zum Abschied gab’s zwei Flaschen schottischen Whisky, eine Ballonfahrt übers Markgräflerland und einen Reisegutschein. Glückwünsche überbrachte schließlich auch noch Klaus-Michael Effert vom DRK.

Klaus Gempp gab das viele Lob weiter an seine Mannschaft, ohne deren Unterstützung eine erfolgreiche Feuerwehrarbeit nicht möglich sei. Sein Dank galt daher den langjährigen Stellvertretern Jochen Schleyer und Hubert Strohmeier, allen Führungsmitgliedern, den hauptamtlichen Feuerwehrleuten, allen voran Roland Schmid, aber auch OB Dietz und den Gemeinderäten für die "immer faire Zusammenarbeit", benachbarten und befreundeten Wehren, dem Kreisbrandmeister und nicht zuletzt seiner Familie. Besonders hob Gempp aber hervor, dass er froh sei, "dass wir gemeinsam alle Einsätze gemeistert haben, keine Einsatzkräfte schwer verletzt wurden und auch immer das Quäntchen Glück auf unserer Seite waren". Das selbe Glück wünsche er nun auch seinem Nachfolger Frank Sommerhalter, der am Ende der vom Spielmannszug umrahmten Feier zum hauptamtlichen Kommandanten bestellt wurde.

Kontakt

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